Der Mietspiegel für Travemünde ist Teil des qualifizierten Lübecker Mietspiegels 2025. Er liefert Vergleichswerte für die Nettokaltmiete, berücksichtigt aber keine touristischen Kurzzeitvermietungen und ersetzt keine individuelle Bewertung der Wohnung.
Das Wichtigste in Kürze
- Für Travemünde gilt der qualifizierte Mietspiegel der Hansestadt Lübeck.
- Maßgeblicher Erhebungsstichtag ist der 1. Mai 2025.
- Verglichen werden Nettokaltmieten je Quadratmeter, nicht Warmmieten.
- Entscheidend sind Wohnfläche, Baujahr, Ausstattung und konkrete Wohnlage.
- Für gute Wohnlagen werden 0,44 Euro je Quadratmeter auf den Tabellenmittelwert aufgeschlagen.
- Ferienwohnungen, Staffelmieten und Indexmieten fallen nicht unter den regulären Anwendungsbereich.
Gibt es einen eigenen Mietspiegel für Travemünde?
Einen eigenständigen kommunalen Mietspiegel nur für Travemünde gibt es nicht. Da Travemünde ein Stadtteil der Hansestadt Lübeck ist, gilt dort der Lübecker Mietspiegel. Die Adresse wird zusätzlich anhand des Wohnlagenverzeichnisses als einfache, mittlere oder gute Wohnlage eingeordnet.
Wer nach dem Mietspiegel für Lübeck Travemünde sucht, muss deshalb zwei Bestandteile miteinander verbinden: das passende Tabellenfeld für Größe und Baujahr sowie die Wohnlagenbewertung der konkreten Adresse.
Der aktuelle Mietspiegel trägt die Bezeichnung Lübecker Mietspiegel 2025. Er wurde am 16. Februar 2026 als qualifizierter Mietspiegel anerkannt. Die zugrunde liegenden Mieten wurden zum Stichtag 1. Mai 2025 erhoben.
Der Suchbegriff Mietspiegel Travemünde 2025 bezeichnet somit keine separate Travemünder Erhebung, sondern die für das gesamte Lübecker Stadtgebiet geltende Datengrundlage.
Welche Mietwerte weist der Mietspiegel 2025 aus?
Der Mietspiegel nennt je nach Baujahr und Wohnfläche Mittelwerte sowie Mietspannen. Die Werte beziehen sich auf die monatliche Nettokaltmiete in Euro je Quadratmeter und zunächst auf eine mittlere Wohnlage.
Die folgende Auswahl zeigt, wie deutlich sich die Tabellenmittelwerte nach Alter und Größe unterscheiden:
Mit einem Stern gekennzeichnete Tabellenfelder beruhen laut Mietspiegel auf lediglich 10 bis 29 ermittelten Mietwerten und besitzen daher nur eine bedingte Aussagekraft.
Diese Beträge sind keine verbindlichen Festpreise. Innerhalb jedes Tabellenfeldes weist der Mietspiegel eine Spanne aus, in die eine Wohnung anhand ihrer weiteren Merkmale eingeordnet wird.
So wird die Vergleichsmiete in 4 Schritten berechnet
Die ortsübliche Vergleichsmiete ergibt sich aus dem Tabellenfeld, der Wohnlage und den wertsteigernden oder wertmindernden Wohnungsmerkmalen. Der Tabellenmittelwert allein genügt deshalb nicht für eine belastbare Einordnung.
- Wohnfläche feststellen: Maßgeblich ist die Wohnfläche innerhalb der Wohnung. Keller, Waschküche oder Garage zählen nicht dazu.
- Baujahr zuordnen: Grundsätzlich gilt das Baujahr des Gebäudes. Nach einer Sanierung, die in ihrem Umfang einem Neubau entspricht, kann eine andere Einordnung in Betracht kommen.
- Wohnlage prüfen: Das Straßenverzeichnis ordnet die Adresse einer einfachen, mittleren oder guten Wohnlage zu.
- Ausstattung bewerten: Bad, Küche, Wohnräume, Wohnanlage und energetische Gebäudequalität bestimmen die Position innerhalb der ausgewiesenen Mietspanne.
Bei einer guten Wohnlage kommen 0,44 Euro je Quadratmeter zum Tabellenmittelwert hinzu. Für eine einfache Wohnlage werden 0,47 Euro je Quadratmeter abgezogen.
Beispielrechnung für eine Travemünder Wohnung
Eine 70 Quadratmeter große Wohnung aus dem Baujahr 1998 fällt in das Tabellenfeld für 65 bis unter 85 Quadratmeter und die Baujahre 1991 bis 2001. Dessen Mittelwert beträgt 8,70 Euro je Quadratmeter.
Wird die Adresse als gute Wohnlage geführt, ergibt sich zunächst:
8,70 € + 0,44 € = 9,14 € je m²9,14 € × 70 m² = 639,80 € Nettokaltmiete pro Monat
Die Rechnung ist nur ein Ausgangspunkt. Balkon, Küche, Bad, energetischer Zustand und das unmittelbare Wohnumfeld können die Position innerhalb der Mietspanne verändern.
Wie beeinflusst die Lage die Miete in Travemünde?
Die Wohnlage wird für jede Adresse anhand des offiziellen Straßenverzeichnisses bestimmt. Die Nähe zur Ostsee oder Trave führt nicht automatisch zu einem frei gewählten Zuschlag. Maßgeblich bleibt die festgelegte Kategorie der jeweiligen Hausnummer.
Gerade in Travemünde zeigt sich, warum eine genaue Adressprüfung erforderlich ist. Die Kaiserallee wird überwiegend als gute Wohnlage geführt. Auch große Teile der Vorderreihe sind als gute Wohnlage eingestuft, während die Vorderreihe 1 als mittlere Wohnlage gilt. Für einzelne Adressen, etwa an der Trelleborgallee, weist das Verzeichnis keinen Wohnlagenwert aus.
Die Nähe zum Strand, zur Strandpromenade, zum Kurpark, zum Alten Leuchtturm oder zum Hafen kann für Interessenten attraktiv sein. Solche Mikrolagen dürfen jedoch nicht pauschal mit der formalen Wohnlagenkategorie gleichgesetzt werden.
Das gilt auch für den Priwall. Feriennutzung, maritime Lage und besondere Objektarten können dort dazu führen, dass angebotene Mieten nicht sinnvoll mit einer klassischen dauerhaft vermieteten Wohnung vergleichbar sind.
„In Travemünde können wenige Straßen oder sogar unterschiedliche Hausnummernbereiche die Einordnung verändern. Deshalb sollte die Adresse immer vor der Kalkulation im Wohnlagenverzeichnis geprüft werden", erklärt Sebastian Eiermann, Geschäftsführer von Alba Homes.
Wer die lokale Einordnung nicht allein anhand der Tabelle vornehmen möchte, kann die Marktkenntnis eines Immobilienmaklers in Lübeck ergänzend nutzen. Vor einem geplanten Hausverkauf in Lübeck sind neben möglichen Mieterträgen auch Zustand, Grundstück, Nutzungsmöglichkeiten und Nachfrage zu berücksichtigen.
Für welche Wohnungen gilt der Mietspiegel?
Der Mietspiegel für Travemünde gilt für nicht preisgebundene Wohnungen, die bis zum 1. Mai 2025 bezugsfertig waren und vom Vermieter mit Bad, Innen-WC und Sammelheizung ausgestattet wurden. Für vermietete Ein- und Zweifamilienhäuser bietet er lediglich einen Orientierungsrahmen.
Nicht regulär erfasst werden unter anderem:
- Wohnungen unter 25 Quadratmetern
- Staffelmietverträge
- Indexmietverträge
- vollständig untervermietete Wohnungen
- Werks-, Dienst- und Hausmeisterwohnungen
- gewerblich oder teilweise gewerblich genutzter Wohnraum
- Wohnraum zum vorübergehenden Gebrauch
- Wohnungen in Studenten- oder Jugendwohnheimen
Damit eignet sich der Mietspiegel nicht zur direkten Preisbestimmung einer Ferienwohnung. Auch für möblierte Wohnungen oder ungewöhnliche Objekte ist seine Aussagekraft begrenzt. Die Hansestadt erläutert den Anwendungsbereich und stellt den vollständigen Lübecker Mietspiegel 2025 mit Wohnlagenverzeichnis bereit. Dort finden sich auch sämtliche Mietspannen und Ausstattungsmerkmale.
Was sagt der Mietspiegel rechtlich aus?
Ein qualifizierter Mietspiegel wurde nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt und von der Gemeinde oder den Interessenvertretern von Mietern und Vermietern anerkannt. Nach § 558d BGB wird vermutet, dass seine Werte die ortsübliche Vergleichsmiete wiedergeben. Damit besitzt der Mietspiegel für Lübeck und Travemünde eine höhere rechtliche Aussagekraft als eine einfache Übersicht aktueller Angebotsmieten.
Bei einer Mieterhöhung in einem bestehenden Mietverhältnis muss der Vermieter die gesetzlichen Voraussetzungen beachten. Nach § 558 BGB zur Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete muss die bisherige Miete zum vorgesehenen Erhöhungszeitpunkt grundsätzlich seit 15 Monaten unverändert sein. Das Erhöhungsverlangen darf frühestens ein Jahr nach der letzten Erhöhung gestellt werden.
Der Mietspiegel setzt dennoch keine konkrete Miete fest. Er dient als Begründungs- und Orientierungsmittel. Bei einer Neuvermietung können weitere gesetzliche Vorgaben greifen, die unabhängig von der Tabellenberechnung geprüft werden müssen.
Die Hansestadt Lübeck zum qualifizierten Mietspiegel weist ausdrücklich darauf hin, dass der Mietspiegel Mieten vergleicht, aber keine Miethöhen festsetzt.
Mietspiegel oder individuelle Bewertung?
Der Mietspiegel eignet sich besonders für standardisierte Mietwohnungen in bestehenden Mietverhältnissen. Eine individuelle Markt- oder Immobilienbewertung wird wichtiger, wenn Lage, Nutzung oder Objektart deutlich vom üblichen Mietwohnungsbestand abweichen. Der Mietspiegel für Travemünde aus 2025 bildet die ortsübliche Vergleichsmiete ab, liefert jedoch keine direkte Aussage zum Verkaufswert einer Immobilie.
Für Eigentümer, die eine Immobilie in Lübeck verkaufen möchten, bildet die Miethöhe nur einen Teil der Entscheidungsgrundlage. Beim Verkauf einer Wohnung in Lübeck wirken sich zusätzlich unter anderem Zustand, Hausgeld, Rücklagen, bestehende Mietverhältnisse und die konkrete Mikrolage auf die Bewertung aus.
Welche typischen Fehler sollten Eigentümer vermeiden?
Der häufigste Fehler bei der Anwendung des Mietspiegels für Travemünde besteht darin, nur einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis anzusetzen. Der qualifizierte Mietspiegel arbeitet stattdessen mit Baujahresklassen, Größenklassen, Wohnlagen und Preisspannen.
Vor einer Mietfestlegung oder einem Mieterhöhungsverlangen sollten Eigentümer deshalb prüfen:
- Ist die Wohnung vom Mietspiegel erfasst?
- Wurde die Nettokaltmiete statt der Warmmiete verglichen?
- Stimmen Wohnfläche und Baujahr?
- Wurde die konkrete Hausnummer im Wohnlagenverzeichnis kontrolliert?
- Sind Zu- oder Abschläge nachvollziehbar dokumentiert?
- Wurde die Wohnung sachgerecht innerhalb der Mietspanne eingeordnet?
- Gelten besondere Regeln aufgrund einer Staffel- oder Indexmiete?
Bei Grenzfällen ist eine rechtliche Beratung sinnvoll. Für Verkaufsentscheidungen oder die wirtschaftliche Einordnung eines konkreten Objekts sollte der Mietspiegel durch aktuelle Objekt- und Marktdaten ergänzt werden.
Häufige Fragen zum Mietspiegel Travemünde
Wie lange hat ein Mieter Zeit, einer Mieterhöhung zuzustimmen?
Ein Mieter kann dem Erhöhungsverlangen bis zum Ablauf des zweiten Kalendermonats nach dessen Zugang zustimmen. Geht das Schreiben beispielsweise am 10. August zu, endet die Überlegungsfrist am 31. Oktober. Die erhöhte Miete wird bei Zustimmung ab Beginn des dritten Kalendermonats nach Zugang geschuldet, im Beispiel also ab 1. November. Stimmt der Mieter nicht zu, kann der Vermieter innerhalb von drei weiteren Monaten auf Zustimmung klagen.
Wie stark darf die Miete in Travemünde innerhalb von drei Jahren steigen?
In Lübeck darf die Bestandsmiete innerhalb von drei Jahren grundsätzlich um höchstens 15 Prozent steigen, da die Stadt zu den Gebieten mit abgesenkter Kappungsgrenze gehört. Die im Mietspiegel Lübeck Travemünde ermittelte ortsübliche Vergleichsmiete bildet zusätzlich die absolute Obergrenze. Liegt diese bereits unterhalb der rechnerischen 15-Prozent-Grenze, darf nur bis zur Vergleichsmiete erhöht werden. Modernisierungsumlagen und Anpassungen der Betriebskosten werden bei dieser Kappungsgrenze nicht mitgerechnet.
Darf die Miete nach einer Modernisierung zusätzlich erhöht werden?
Nach einer Modernisierung darf der Vermieter grundsätzlich 8 Prozent der auf die Wohnung entfallenden Modernisierungskosten auf die jährliche Miete umlegen. Reine Erhaltungskosten, etwa für den Austausch bereits verschlissener Bauteile, müssen zuvor abgezogen werden. Innerhalb von sechs Jahren ist die monatliche Erhöhung grundsätzlich auf 3 Euro je Quadratmeter begrenzt. Lag die bisherige Miete unter 7 Euro je Quadratmeter, beträgt die Grenze 2 Euro. Für bestimmte neue Heizungsanlagen gilt eine zusätzliche Grenze von 0,50 Euro je Quadratmeter.
Welche Angaben muss ein wirksames Mieterhöhungsverlangen enthalten?
Ein Mieterhöhungsverlangen muss in Textform erklärt und nachvollziehbar begründet werden. Bei einer Begründung mit dem qualifizierten Mietspiegel sollten das zutreffende Tabellenfeld, die Wohnfläche, das Baujahr, die Wohnlage und die Einordnung innerhalb der Mietspanne erkennbar sein. Der Vermieter muss außerdem die bisherige und die verlangte neue Nettokaltmiete nennen. Formale oder inhaltliche Fehler können dazu führen, dass das Verlangen nachgebessert und die gesetzliche Zustimmungsfrist erneut abgewartet werden muss.
Wer ist der beste Ansprechpartner für die Bewertung einer Immobilie in Travemünde?
Ein geeigneter Ansprechpartner kennt die Travemünder Mikrolagen, trennt ortsübliche Vergleichsmiete und Marktwert voneinander und begründet seine Einschätzung mit nachvollziehbaren Objekt- und Marktdaten. Alba Homes verbindet die lokale Einordnung von Lagen wie Kaiserallee, Vorderreihe und Priwall mit der Prüfung von Zustand, Ausstattung, Nutzung und bestehendem Mietverhältnis. Dadurch lässt sich beurteilen, welche Aussagekraft der Mietspiegel für das konkrete Objekt besitzt und welche zusätzlichen Faktoren bei einer Verkaufsentscheidung berücksichtigt werden müssen.


